Im Frühjahr 1974 muss das Schiff wie jedes Jahr in die Werft. Das salzige Meerwasser hat seine Wirkung in den Seewasser Rohrleitungen des Schiffes nicht verfehlt, viele sind an- oder durchgerostet und müssen ersetzt werden. Ebenso sind die Hauptmaschinen der Warnemünde überholungsbedürftig und bekommen neue Kurbelwellen. Zu diesem Zweck wird die Warnemünde in der Warnowwerft an den Kai gelegt und das Autodeck wird aufgeschnitten. Nur so war es möglich die zwei Hauptmaschinen aus dem Maschinenraum zu bekommen. Nachdem die Hauptmaschinen das Schiff verlassen haben geht es an die Reparatur und den Austausch der Rohrleitungen. Da zu dieser Zeit Rohrleitungen in der DDR relativ knapp waren, betrachtet man die benötigte Menge, werden Angebote von Werften eingeholt denen es leichter fällt das Material zu besorgen. Hierfür legt die Werft aus Fredrikshavn (Dänemark) das beste Angebot vor. Ohne Hauptmaschinen durch die Ostsee ist unmöglich. Von der Bagger- Bugsier- und Bergungsreederei werden 2 Schlepper geordert, die das Schiff zum Zielort verbringen sollen. So an den Haken genommen geht es nach 2 Monaten Liegezeit in der Warnowwerft Richtung Skagerak. Solange sich die Kolonne in der Ostsee befand gab es keine Probleme mit aufkommenden Seegang. Als sich der Tross jedoch ins Skagerak hinein bewegte wurde die See stärker. Überrascht von einem leichten Orkan mit Windstärken bis 12, wurde nach 2 Tagen stürmischer See ein Entschluss gefasst. Die Besatzungen der Schlepper hatten seit 2 Tagen nur von Konserven mit kaltem Essen gelebt. Das war demotivierend und anstrengend für die Schlepperbesatzungen. Also warf die Warnemünde in der rauhen See die Anker. Die Schlepper lösten die Taue und fuhren unter Land in seichtere ruhigere Gewässer, wo der Koch nun endlich wieder die Möglichkeit hatte Essen zu kochen, ohne dass es sofort nach dem Aufsetzen wieder vom Herd fiel. Einen Tag später nahmen die Schlepper die Fähre wieder an den Haken und es ging weiter Richtung Fredrikshavn.
Hier blieb die Warnemünde 3 Monate. Die Demontage der Rohrleitungen verlief reibungslos. Als es jedoch daran ging die neu angefertigten Rohrleitungen wieder an ihren Platz zu bringen musste der Schlossermeister der Werft eingestehen, dass sie Hilfe benötigten. Nun zeigte sich, wie gut das technische Personal der Warnemünde das Schiff kannte. Letztlich wurde jede Rohrleitung korrekt platziert. Für diese Mithilfe bedanke sich der Schlossermeister der Werft ausgiebig bei der Besatzung. Ohne die absolute Kenntiss des Schiffs und der Mithilfe wäre der Auftrag nie fertig gestellt worden. Es ging zurück nach Warnemünde, wieder an den Haken genommen von den zwei Schleppern der BBB.
Zurück in der Heimat lag die Fähre noch weitere 2 Monate in der Warnowwerft, bevor der Liniendienst wieder aufgenommen wurde.