Die Bedeutung des Namens Warnemünde
 
Die Lage des Ostseebads Warnemünde in einem Flussmündungsgebiet hat dem hübschen Fischerörtchen seinen Namen gegeben. Eine ähnliche Lage war auch für die Orte Peenemunde, Travemünde und Ueckermünde namenstiftend. Warnemünde, historisch als Warnemunde (1252) und Wernemunde (1263) bezeugt, liegt am Breitling, dem verbreiterten Mündungsbecken des Flusses Warnow. Das Gewässer, das nördlich von Parchim entspringt, ist erstmals 1160 als Warnou flumen und 1186 als aqua Warnow urkundlich erwähnt. Es gab nicht nur Warnemünde seinen Namen, sondern auch dem Örtchen Warnow (1230 Warnowe) im Kreis Güstrow. Der Gewässername wurde im Frühmittelalter von den hier ansässigen obodritischen Stämmen gebildet, die einen westslawischen Dialekt sprachen. Motiv für die Namenbildung bildete offenbar die Fauna rund um die Warnow: slawisch varn(a) bedeutet 'Rabe, Krähe'. Das Auftreten dieses Vogels spielte auch für andere Namen mecklenburgischer Orte eine Rolle, etwa für Waren (Müritz), Fahren (Wismar) und Warnitz (Angermünde).

(R. Trautmann: Die elb- und ostseeslavischen Ortsnamen. Bd. 2, Berlin 1949, S. 62f.; E. Eichler, H. Walther: Städtenamenbuch der DDR. 2. durchges. Aufl., Leipzig 1988, S. 235; C. Willich: Probleme der namenkundlichen Analyse im Gebiet der Wismarer Bucht; in: C. Lübke (Hrsg.): Struktur und Wandel im Früh- und Hochmittelalter (Eine Bestandsaufnahme aktueller Forschungen zur Germania Slavica). Stuttgart 1998, S. 219; D. Berger: Geographische Namen in Deutschland. 2. überarb. Aufl., Mannheim u. a. 1999, S. 288)